Terrazzo

Zeitlose Gestaltung und handwerkliche Präzision 

Terrazzo verbindet eine jahrhundertealte Handwerkstechnik mit einer langlebigen und vielseitigen Gestaltung. Bereits in der griechischen und römischen Antike wurden Böden aus mineralischen Bindemitteln und Natursteinzuschlägen hergestellt. 

Heute wird Terrazzo sowohl in historischen Gebäuden als auch in modernen Wohn- und Gewerberäumen eingesetzt. Seine charakteristische Tiefenwirkung entsteht durch das Zusammenspiel aus Bindemittel, Natursteinzuschlägen und einer geschliffenen oder polierten Oberfläche. 

Grundsätzlich stehen zwei Ausführungsarten zur Verfügung: 

Vor Ort eingebauter Terrazzo 

Bei dieser traditionellen Variante wird die Terrazzomischung direkt auf der Baustelle eingebracht, verdichtet und nach der Erhärtung mehrfach geschliffen. Dadurch entsteht eine weitgehend fugenlose, individuell gestaltete Oberfläche. 

Jeder vor Ort hergestellte Terrazzoboden ist ein handwerkliches Unikat. Farbe, Körnung, Verteilung der Zuschläge und Schleifbild können gezielt an das jeweilige Gestaltungskonzept angepasst werden. 

Terrazzofliesen 

Eine Alternative sind vorgefertigte Terrazzofliesen. Sie ermöglichen eine ähnliche Materialwirkung, lassen sich jedoch meist schneller und mit geringerem Feuchteeintrag verlegen. 

Terrazzofliesen werden häufig mit schmalen Fugen verarbeitet und eignen sich sowohl für private Wohnräume als auch für gewerblich genutzte Flächen. Das sichtbare Fugenbild bleibt dabei ein gestalterischer Unterschied zum vor Ort eingebauten Terrazzo. 

Zusammensetzung von Terrazzo

Klassischer Terrazzo besteht im Wesentlichen aus einem mineralischen Bindemittel und unterschiedlichen Zuschlagstoffen. 

Das Bindemittel – die Matrix 

Das Bindemittel hält die Mischung zusammen und bestimmt maßgeblich die Grundfarbe und die technischen Eigenschaften des Bodens. 

Heute werden häufig Portlandzement, Weißzement oder Trasszement eingesetzt. Bei historischen Böden finden sich teilweise auch kalkbasierte Bindemittel oder Mischungen aus Kalk, Marmormehl und weiteren mineralischen Bestandteilen. 

Bei Sanierungen zeigt sich immer wieder, dass mehr als 100 Jahre alte Terrazzoböden teilweise mit sehr kalkreichen Rezepturen und ohne moderne Zementmischungen hergestellt wurden. 

Neben den traditionellen mineralischen Bindemitteln sind auch kunstharzgebundene Terrazzosysteme erhältlich. Diese können eine schnellere Verarbeitung oder geringere Schichtdicken ermöglichen, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich Zusammensetzung, Raumwirkung und baubiologischer Bewertung deutlich von klassischem mineralischem Terrazzo. 

Die Zuschlagstoffe – die Körnung 

Die sichtbare Struktur des Terrazzos entsteht durch sorgfältig ausgewählte Gesteinskörnungen. Verwendet werden beispielsweise Splitte oder Körnungen aus: 

  • Marmor 
  • Kalkstein 
  • Granit 
  • Quarz 
  • Basalt 
  • Flusskieseln 
  • Glas oder anderen dekorativen mineralischen Zuschlägen 

Farbe, Größe, Form und Mengenverhältnis der Zuschlagstoffe bestimmen das spätere Erscheinungsbild. Durch unterschiedliche Sieblinien können sowohl sehr feine und zurückhaltende als auch grobkörnige und kontrastreiche Oberflächen gestaltet werden. 

Herstellung eines vor Ort eingebauten Terrazzobodens

Zunächst werden Bindemittel, Zuschlagstoffe, Wasser und gegebenenfalls Pigmente sorgfältig miteinander vermischt. Anschließend wird die Masse gleichmäßig auf einen geeigneten und tragfähigen Untergrund aufgebracht und verdichtet. 

Nach einer ausreichenden Erhärtungszeit wird die Oberfläche in mehreren Arbeitsgängen geschliffen. Dabei werden die eingebetteten Natursteinzuschläge freigelegt. Je nach gewünschtem Erscheinungsbild folgen weitere Feinschliffe und eine abschließende Politur. 

Erst durch diese Bearbeitung erhält der Terrazzo seine charakteristische Tiefe, Farbwirkung und gleichmäßige Oberfläche. Anschließend kann eine geeignete Imprägnierung oder Pflegebehandlung erfolgen. 

Für Sanierungen, kleinere Flächen oder filigrane Gestaltungen bieten sich alternativ vorgefertigte Terrazzofliesen an. 

Auswirkungen von Terrazzo auf Raumklima und Gesundheit

Mineralischer Terrazzo besteht überwiegend aus mineralischen Rohstoffen und kann bei Verwendung geeigneter Produkte sehr emissionsarm ausgeführt werden. Ob ein Boden tatsächlich frei von problematischen Stoffen ist, hängt jedoch von sämtlichen verwendeten Komponenten ab. Dazu gehören neben Bindemitteln und Zuschlägen auch Pigmente, Zusatzmittel, Grundierungen, Imprägnierungen, Klebstoffe und Reinigungsprodukte. 

Ein mineralischer Terrazzo enthält in der Regel keine klassischen Weichmacher, wie sie in bestimmten Kunststoffbelägen vorkommen können. Bei sorgfältiger Produktauswahl kann er deshalb eine geeignete Lösung für schadstoffbewusst geplante Innenräume darstellen. 

Eine kalkhaltige Matrix besitzt zunächst eine hohe Alkalität. Nach der Erhärtung, Nutzung und Oberflächenbehandlung darf daraus jedoch kein dauerhafter Schutz vor Schimmel oder Bakterien abgeleitet werden. 

Die glatte und fugenarme Oberfläche lässt sich gut reinigen und bietet Staub und Schmutz weniger Rückzugsmöglichkeiten als stark strukturierte oder textile Bodenbeläge. Dadurch kann Terrazzo auch für Haushalte mit erhöhten hygienischen Anforderungen interessant sein. 

Vorteile und Nachteile von Terrazzo

Vorteile

sehr langlebig und bei guter Pflege über Jahrzehnte nutzbar 

individuelle Gestaltung durch unterschiedliche Körnungen, Farben und Pigmente 

hochwertige und zeitlose Optik 

weitgehend fugenlose Ausführung bei vor Ort eingebautem Terrazzo 

belastbare und abriebfeste Oberfläche 

gut zu reinigen 

mit geeigneten Systemen auf Fußbodenheizungen einsetzbar 

überwiegend mineralische Zusammensetzung möglich 

historische Flächen können häufig geschliffen und aufgearbeitet werden 

bei entsprechender Planung für private und gewerbliche Bereiche geeignet 

Nachteile

hohes Eigengewicht und daher nicht für jeden Untergrund geeignet 

lange und aufwendige Verarbeitung 

empfindlich gegenüber säurehaltigen Reinigungsmitteln 

Risse, Abplatzungen und Reparaturstellen können sichtbar bleiben 

vergleichsweise hohe Herstellungs- und Verlegekosten 

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