Spachtelböden

Was sind Spachtelböden? 

Urbaner Minimalismus und natürliche Eleganz 

Moderne Innenarchitektur setzt häufig auf großzügige Flächen, klare Strukturen und möglichst nahtlose Übergänge. Während Fliesen einen Raum durch ihr Fugenbild optisch gliedern, erzeugen fugenarme oder fugenlose Spachtelböden eine ruhige und weitläufige Wirkung. 

Dabei verbindet sich eine puristische, teilweise industriell anmutende Gestaltung mit handwerklicher Individualität. Da die Oberfläche von Hand verarbeitet wird, gleicht kein Boden exakt dem anderen. 

Spachtelböden können sowohl in privaten Wohnräumen als auch in Badezimmern, Verkaufsflächen oder gewerblich genutzten Bereichen eingesetzt werden. Welches System geeignet ist, hängt insbesondere vom Untergrund, der Beanspruchung, dem gewünschten Erscheinungsbild und den Anforderungen an Feuchtebeständigkeit und Pflege ab. 

Grundsätzlich lassen sich zwei unterschiedliche Materialkonzepte unterscheiden. 

Die zwei Arten von Spachtelböden

1. Mineralische Spachtelböden 

Mineralische Spachtelböden – teilweise auch unter der Bezeichnung Terrastone bekannt – basieren überwiegend auf mineralischen Bestandteilen. Je nach System können unter anderem Marmor, Kalk, Weißzement, Gips, Glimmer und unterschiedlich abgestufte mineralische Körnungen enthalten sein. 

Die Farbgebung erfolgt in der Regel mithilfe mineralischer Pigmente, beispielsweise Ocker- oder Oxidpigmente. Die genaue Zusammensetzung ist jedoch immer vom jeweiligen Hersteller und Produktsystem abhängig. 

Optik und Haptik 

Typisch ist eine lebendige, leicht wolkige oder melierte Oberfläche. Durch die individuelle Verarbeitung entstehen Schattierungen und Strukturen, die an Naturstein oder gealterte mineralische Flächen erinnern können. 

Je nach abschließender Behandlung kann die Oberfläche matt, seidenmatt oder leicht glänzend ausgeführt werden. Auch stärker strukturierte Gestaltungen sind möglich. 

Besonderheiten 

Mineralische Systeme können – abhängig von ihrer Zusammensetzung und Versiegelung – wasserdampfdurchlässiger sein als kunstharzgebundene Böden. Sie wirken meist natürlicher und besitzen eine charakteristische, handwerklich geprägte Oberfläche. 

Das Ergebnis ist ein markanter Bodenbelag, der sich deutlich von industriell gleichmäßig hergestellten Oberflächen unterscheidet. 

2. Kunstharzgebundene Spachtelböden 

Kunstharzgebundene Spachtelböden orientieren sich technisch an belastbaren Industrie- und Designböden. Als Bindemittel kommen beispielsweise zweikomponentige Polyurethanharze oder Epoxidharze zum Einsatz. 

Optik und Haptik 

Diese Systeme erzeugen häufig eine gleichmäßige, puristische Betonoptik mit sanften Schattierungen und changierenden Effekten. Die Oberfläche wirkt meist geschlossener und homogener als bei mineralischen Spachtelböden. 

Besonderheiten 

Polyurethangebunde Systeme können elastisch, trittschalldämmend und bis zu einem gewissen Grad rissüberbrückend ausgeführt werden. Bei fachgerechtem Systemaufbau sind sie zudem mechanisch belastbar und gegenüber zahlreichen Reinigungsmitteln, Ölen oder anderen Flüssigkeiten widerstandsfähig. 

Die konkreten Eigenschaften hängen jedoch immer vom verwendeten Produkt, der Schichtdicke, der Untergrundvorbereitung und der abschließenden Versiegelung ab.

Auswirkungen von Spachtelböden auf Raumklima, Umwelt und Gesundheit

Mineralische Spachtelböden können je nach Zusammensetzung und Oberflächenbehandlung wasserdampfdurchlässig sein. Kalkhaltige Systeme besitzen zudem eine natürliche Alkalität, die das Wachstum bestimmter Mikroorganismen erschweren kann. Diese Wirkung darf jedoch nicht mit einem dauerhaften Schutz vor Feuchte- oder Schimmelschäden gleichgesetzt werden. 

Kunstharzgebundene Systeme sind in der Regel deutlich dichter. Moderne Produkte können emissionsarm und lösemittelfrei formuliert sein. Hinweise wie LEED-, DGNB- oder andere Zertifizierungen müssen jedoch immer produktbezogen geprüft werden. Entscheidend sind nachvollziehbare Emissionsprüfungen und vollständige Herstellerangaben. 

Aus baubiologischer Sicht werden mineralische Systeme häufig bevorzugt, da sie überwiegend aus mineralischen Rohstoffen bestehen und in der Regel weniger kunststoffbasierte Bindemittel enthalten. Polyurethan- und Epoxidharzböden sollten besonders sorgfältig hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe, Emissionen, Verarbeitung und späteren Entsorgung bewertet werden. 

Ökologischer Boden

Vorteile und Nachteile von Spachtelböden

Vorteile

ruhige, fugenarme oder fugenlose Flächenwirkung 

individuelle, handwerklich gestaltete Oberfläche 

zahlreiche Farb- und Strukturmöglichkeiten 

für moderne und klassische Raumkonzepte geeignet 

bei geeignetem System mit Fußbodenheizungen kombinierbar 

mineralische Varianten mit natürlicher, lebendiger Optik 

kunstharzgebundene Varianten mit hoher mechanischer Belastbarkeit 

geringer Fugenanteil und dadurch vergleichsweise einfache Reinigung 

Nachteile

können sich kühl anfühlen 

aufwendige Vorbereitung eines ebenen und rissfreien Untergrunds 

Beschädigungen und Reparaturstellen können sichtbar bleiben 

in Nassbereichen nur mit geeigneter Abdichtung und Versiegelung einsetzbar 

anspruchsvolle Verarbeitung durch erfahrene Fachbetriebe erforderlich 

Wir verarbeiten mineralische Steinfließestriche in rund 70 Farbtönen. 

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