Miscanthus-Dämmung:
natürlich und ressourcenschonend dämmen

Miscanthus-Dämmung steht für eine moderne Form ökologischer Gebäudedämmung. Der schnell nachwachsende Rohstoff – auch als Elefantengras bekannt – verbindet gute Dämmwerte mit einer sehr nachhaltigen Rohstoffbasis. Die Pflanzen wachsen ohne intensiven Dünge- oder Pflanzenschutzmitteleinsatz, binden während ihres Wachstums große Mengen CO₂ und können über viele Jahre hinweg geerntet werden*. Als Dämmstoff eignet sich Miscanthus besonders für Bauherren, die Wert auf natürliche Materialien, ein ausgeglichenes Raumklima und eine ressourcenschonende Bauweise legen. Gleichzeitig befindet sich der Einsatz als eigenständiger Dämmstoff noch in einer frühen Phase der Marktentwicklung. In der Praxis wird Miscanthus derzeit häufiger als Schüttdämmung oder als pflanzlicher Zuschlagstoff für ökologische Baustoffe eingesetzt. Forschung und Pilotprojekte zeigen jedoch, dass der Rohstoff großes Potenzial für zukünftige Bauprodukte besitzt. 

*Für Land- und Viehwirte: Die Pflanze kann ohne Bedenken den Frühjahr über gedünkt werden. Da uns bekannt ist, dass viele Viehwirte sehr viel Gülle von der Viehhaltung haben ist es ohne weiteres möglich während des Wachstums die Pflanze auf den Ackerflächen zu verteilen. Durch die Rizome und die geringe Bearbeitung der Ackerfläche kann viel aufgenommen Nitrat kompensiert werden und die Gewässer bleiben rein.

Die wichtigsten Merkmale von Miscanthus

nachwachsender Rohstoff (mehrjährig)
gute Wärmedämmung
Kostengünstig
Leicht zu verarbeiten
sommerlichen Hitzeschutz
Diffusionsoffen
feuchteregulierend
sehr niedriger Primärenergiebedarf
Schütt- oder Einblasdämmung
Zuschlagstoff in Lehm-, Kalk- oder Dämmputzsystemen
klimapositive Ökobilanz
Industrielle Produkte noch in Entwicklung

Was ist Miscanthus?

Miscanthus ist eine hochwachsende Grasart, die ursprünglich aus Ostasien stammt und heute in vielen Teilen Europas angebaut wird. Die Pflanzen erreichen Höhen von bis zu vier Metern und bilden stabile, hohle Halme. Die Rizome (Wurzelwerk – sehen aus wie Rüben) bilden Ballen von bis zu 70cm und pflanzen sich nicht wie Bambus weiter aus. Bei der Ernte werden diese Halme zerkleinert und zu unterschiedlichen Bau- oder Dämmstoffen weiterverarbeitet. 

Für Bauanwendungen wird das Pflanzenmaterial getrocken geerntet und gelagert und mechanisch aufbereitet. Dabei entstehen leichte, faserige oder granulatartige Strukturen, die aufgrund ihrer Luftporen gute Dämm- und Leichtbaueigenschaften besitzen. 

Bauphysikalisch gehört Miscanthus zu den pflanzlichen Leichtbaustoffen. Die eingeschlossene Luft zwischen den Pflanzenfasern sorgt für die Dämmwirkung, während die Struktur des Materials zusätzlich eine gewisse Wärmespeicherfähigkeit bietet. Dadurch kann Miscanthus sowohl zum Wärmeschutz im Winter als auch zum sommerlichen Hitzeschutz beitragen. 

Aktuell wird der Rohstoff im Bauwesen noch vergleichsweise selten als eigenständiger Dämmstoff eingesetzt. Häufiger dient er als pflanzlicher Zuschlagstoff in ökologischen Baustoffsystemen, etwa in Lehmbaustoffen, Leichtputzen oder Dämmgranulaten. Verschiedene Forschungsprojekte im Bereich nachhaltiger Baustoffe zeigen jedoch, dass Miscanthus aufgrund seiner Materialeigenschaften ein großes Potenzial für zukünftige Dämm- und Leichtbaustoffe besitzt. 

Welche Arten von Miscanthus gibt es? 

Miscanthus wird im Bauwesen derzeit in unterschiedlichen Formen eingesetzt. Die meisten Anwendungen basieren auf losem oder zerkleinertem Pflanzenmaterial.

Miscanthus-Schüttdämmung

Eine der häufigsten Anwendungen ist die Nutzung als lose Schüttdämmung. Da diese Schüttung kostengünstig und leicht zu verarbeiten ist. Ist es einer der bliebtesten Dämmungen. Das zerkleinerte Pflanzenmaterial kann in Deckenaufbauten, Fehlböden oder Hohlräumen eingesetzt werden. Die Schüttung sorgt für eine leichte Wärmedämmung und kann gleichzeitig zur Verbesserung der Schalldämmung beitragen. 

Miscanthus-Einblasdämmung

In einigen Anwendungen wird Miscanthus auch als Einblasdämmstoff verwendet. Dabei wird das aufbereitete Pflanzenmaterial maschinell in Hohlräume eingebracht, etwa in Holzständerwände oder Dachkonstruktionen. Diese Lösung befindet sich teilweise noch in der Entwicklung oder in Pilotprojekten, hat jedoch schon einige Erfolge gefeiert. 

Miscanthus als Zuschlagstoff für ökologische Baustoffe

Sehr verbreitet ist Miscanthus als leichter Zuschlagstoff in Lehmbaustoffen, Kalkputzen oder Dämmputzen. Die Pflanzenfasern verbessern dabei die Wärmedämmeigenschaften und reduzieren das Gewicht der Baustoffe. 

Dämmplatten aus Miscanthus (Entwicklung)

In Forschung und Entwicklung werden auch Dämmplatten aus Miscanthus untersucht. Diese werden ähnlich wie Holzfaserplatten gepresst und stabilisiert. Bisher sind solche Produkte jedoch nur vereinzelt verfügbar oder befinden sich noch in der Entwicklungsphase.

Warum sollten Sie sich für Miscanthus?

Miscanthus-Dämmstoffe sind vor allem für Bauprojekte interessant, bei denen ökologische Materialien und eine gute Klimabilanz im Mittelpunkt stehen. Gleichzeitig sollte berücksichtigt werden, dass sich viele Anwendungen noch in einer frühen Phase der Marktentwicklung befinden

Gesundheit & Raumklima

Miscanthus-Dämmstoffe können zu einem ausgeglichenen Raumklima beitragen, da sie diffusionsoffen sind und Feuchtigkeit zeitweise aufnehmen und wieder abgeben können. Dadurch können kurzfristige Feuchtespitzen im Raumklima abgepuffert werden. 

Da Miscanthus aus pflanzlichen Rohstoffen besteht, wird er häufig im ökologischen Bauen eingesetzt. Wichtig ist jedoch ein Blick auf die genaue Produktzusammensetzung, insbesondere wenn Zusatzstoffe für Brandschutz oder Stabilität verwendet werden. 

Bei sachgerechter Herstellung und Verarbeitung gelten Miscanthus-basierte Baustoffe in der Regel als emissionsarm.

Vorteile und Nachteile von Miscanthus

Vorteile

Ein zentraler Vorteil von Miscanthus ist seine sehr gute ökologische Bilanz. Die Pflanzen wachsen schnell, benötigen nur wenig Dünger oder Pflanzenschutzmittel und können über viele Jahre hinweg geerntet werden, ohne neu ausgesät zu werden. 

Während des Wachstums bindet Miscanthus zudem große Mengen CO₂. Dadurch kann der Rohstoff einen Beitrag zu klimafreundlicheren Baustoffen leisten. 

Weitere Vorteile sind: 

  • gute Wärmedämmung durch luftgefüllte Pflanzenstruktur 
  • Kostengünstig 
  • relativ hohe Wärmespeicherfähigkeit und damit Beitrag zum sommerlichen Hitzeschutz 
  • geringes Gewicht 
  • diffusionsoffene Materialstruktur 
  • vielseitige Verwendungsmöglichkeiten im ökologischen Bau 
  • Hoher Umweltschutz durch Förderung von Wasserqualität, Flora und Fauna 

Verschiedene Forschungsprojekte zu biobasierten Baustoffen zeigen zudem, dass Miscanthus als Rohstoff großes Potenzial für zukünftige Dämm- und Leichtbaustoffe besitzt. Insbesondere im Bereich CO₂-armer Baustoffe wird der Rohstoff zunehmend untersucht. 

Nachteile

Wie viele Naturdämmstoffe reagiert auch Miscanthus empfindlich auf dauerhafte Feuchtigkeit als mineralische Dämmstoffe. Eine sorgfältige Planung des Feuchteschutzes ist daher wichtig. Doch das ist normal bei den meisten Dämmstoffen. 

Ein weiterer Punkt ist die derzeit noch begrenzte Marktverfügbarkeit. Viele Anwendungen befinden sich noch im Entwicklungs- oder Pilotstadium, sodass Miscanthus bislang seltener eingesetzt wird als etablierte Dämmstoffe wie Holzfaser, Zellulose oder Mineralwolle. 

Weitere mögliche Einschränkungen: 

  • begrenzte industrielle Verfügbarkeit 
  • teilweise fehlende bauaufsichtliche Zulassungen bei neuen Produkten 
  • fachgerechte Planung und Verarbeitung erforderlich 


Miscanthus – Wussten Sie schon? 

Miscanthus gehört zu den produktivsten Energie- und Faserpflanzen Europas. Eine Pflanze kann über 20 Jahre lang jährlich geerntet werden. Aufgrund dieser hohen Biomasseproduktion wird Miscanthus nicht nur im Bauwesen untersucht, sondern auch als Rohstoff für Biowerkstoffe, Verpackungen oder nachhaltige Dämmstoffe der nächsten Generation.

Wo kann Miscanthus angewendet werden?

Miscanthus wird derzeit vor allem im ökologischen Bauen eingesetzt. Die Anwendungen konzentrieren sich häufig auf leichte Dämm- oder Zuschlagstoffe in Baukonstruktionen. 

Typische Einsatzbereiche sind: 

  • Decken- und Fußbodenaufbauten als Schüttdämmung 
  • Zuschlagstoff in Lehm- oder Kalkbaustoffen 
  • Dämmputze und Leichtputze 
  • Hohlraumdämmungen in Holzbaukonstruktionen 
  • ökologische Sanierungsprojekte 

Im Vergleich zu etablierten Dämmstoffen befindet sich der Einsatzbereich jedoch noch in einer frühen Phase der Entwicklung.

Ökologische Dämmungen

In welchen Räumen kann Miscanthus sinnvoll eingesetzt werden und warum?

Miscanthus eignet sich besonders für trockene Innenbereiche wie Wohnräume, Dachgeschosse oder Wandkonstruktionen im Holzbau. Als Schüttdämmung kann das Material beispielsweise in Decken oder Fußbodenaufbauten eingesetzt werden. 

In Verbindung mit Lehm- oder Kalkputzen wird Miscanthus häufig zur Verbesserung der Wärmedämmeigenschaften und zur Reduzierung des Materialgewichts genutzt. 

In dauerhaft feuchten Bereichen oder Bauteilen mit hoher Wasserbelastung sollte Miscanthus nur mit geeigneten konstruktiven Schutzmaßnahmen eingesetzt werden. 

Auf welchen Untergründen kann Miscanthus angewendet werden?

Miscanthus-basierte Dämmstoffe werden meist in Konstruktionen verwendet, die eine trockene und diffusionsoffene Bauweise unterstützen. 

Geeignete Untergründe können beispielsweise sein: 

  • Holzständerkonstruktionen 
  • Dachkonstruktionen mit Sparren 
  • Deckenaufbauten mit Hohlräumen 
  • mineralische Untergründe bei Dämmputzen oder Leichtputzen 

Wichtig ist ein tragfähiger und trockener Untergrund. Zudem sollte die Konstruktion so aufgebaut sein, dass Feuchtigkeit kontrolliert abgeführt werden kann. 

Ökologische Dämmungen

Kosten von Miscanthus

Die Kosten für Miscanthus-basierte Dämmstoffe hängen stark von der jeweiligen Anwendung ab. Da viele Produkte noch nicht in großen industriellen Mengen verfügbar sind, können die Preise regional unterschiedlich ausfallen. Schüttdämmungen bewegen sich häufig in einem Bereich von etwa 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter, abhängig von Dämmstärke und Aufbau. Bei Anwendungen als Zuschlagstoff in Putzen oder Leichtbaustoffen ergeben sich die Kosten aus dem jeweiligen Gesamtsystem.  Wir beraten Sie gern auf Anfrage.

Holen Sie sich ein konkretes Angebot

Ob Miscanthus für ein Bau- oder Sanierungsprojekt geeignet ist, hängt stark vom geplanten Aufbau und der jeweiligen Anwendung ab. Eine fachliche Einschätzung kann helfen, geeignete Systeme auszuwählen. 

Für eine erste Beratung oder ein Angebot sind folgende Informationen hilfreich: 

  • Wie viele Quadratmeter sollen gedämmt werden? 
  • Welche Bauteile sind betroffen (Decke, Wand, Dach)? 
  • Welche Konstruktion liegt vor? 
  • Welche Dämmstärke ist geplant? 
  • Soll das Material selbst verarbeitet werden oder durch einen Fachbetrieb? 
  • Gibt es besondere Anforderungen an Schallschutz, Brandschutz oder Feuchteschutz? 

Auf dieser Grundlage kann geprüft werden, ob Miscanthus als Dämmstoff oder als Zuschlagstoff im geplanten Bauaufbau sinnvoll eingesetzt werden kann. 

Bilder von Ihrem Bauprojekt oder ein Video kann ebenfalls helfen Ihnen behilflich zu sein. 

Häufige Fragen zu Miscanthus

Ist Miscanthus bereits ein verbreiteter Dämmstoff?

Der Einsatz befindet sich noch in einer frühen Phase. Miscanthus wird derzeit häufiger als Schüttdämmung oder Zuschlagstoff in ökologischen Baustoffen verwendet.

Wie gut dämmt Miscanthus?

Die Dämmwirkung entsteht durch die luftgefüllte Struktur der Pflanzenfasern. Die genauen Werte hängen stark vom jeweiligen Produkt und der Verarbeitung ab. 

Ist Miscanthus nachhaltig?

Ja. Die Pflanze wächst schnell, benötigt wenig Pflege und kann über viele Jahre geerntet werden. Während des Wachstums bindet sie zusätzlich CO₂.

Gibt es Dämmplatten aus Miscanthus?

Dämmplatten werden in Forschungs- und Entwicklungsprojekten untersucht, sind derzeit jedoch nur vereinzelt verfügbar.

Kann Miscanthus in der Altbausanierung eingesetzt werden?

Ja, insbesondere als Schüttdämmung in Decken oder als Zuschlagstoff in Lehm- und Dämmputzsystemen. 

Ist Miscanthus feuchteempfindlich?

Wie viele Naturdämmstoffe sollte Miscanthus nicht dauerhaft durchfeuchtet werden. Eine funktionierende Baukonstruktion ist daher wichtig.

Ist Miscanthus brandsicher?

Naturdämmstoffe erreichen meist niedrigere Brandklassen als mineralische Dämmstoffe. Deshalb können Zusatzstoffe für den Brandschutz erforderlich sein. 

Welche Zukunft hat Miscanthus im Bauwesen?

Viele Forschungsprojekte beschäftigen sich mit Miscanthus als Rohstoff für biobasierte Baustoffe. Aufgrund seiner guten Ökobilanz und Materialeigenschaften wird ihm ein großes Potenzial für nachhaltige Bauprodukte zugeschrieben. Es fehlt leider an Landwirten und eine starke Unterstützung seitens der Landwirtschaftskammer.