Lehmputz: Natürlich wohlfühlen

Unser Zuhause ist unser Rückzugsort, der wichtigste Ort für Geborgenheit. In den eigenen vier Wänden möchte man sich erholen, Kraft tanken und tief durchatmen. Lehmputz an Wänden und Decken hat eine natürliche Ausstrahlung und schafft Gesundheit. Er wirkt regulierend auf die Luftfeuchtigkeit und absorbiert Schad- und Geruchsstoffe. Gleichzeitig ist er ein optimaler Wärmespeicher: Im Sommer bleibt es in den Räumen kühl und im Winter empfinden wir ein warmes Wohlgefühl. So entsteht ein angenehmes und gemütliches Raumklima. Lehmputz leistet damit einen wesentlichen Beitrag dazu sich in ihrem Zuhause daheim zu fühlen. 

Merkmale von Lehmputz

Feuchtigkeitsregulierend
Schadstoff- und Geruchsbindung
Wärmespeichernd
antistatische Eigenschaften
Ideal für Allergiker
Diffusionsoffen
besonders nachhaltig-ökologisch

Was versteht man unter Lehmputz?

Lehmputz besteht aus Lehm, Sand sowie – je nach Zusammensetzung – weiteren natürlichen Zuschlagsstoffen wie Pflanzenfasern oder Gerstenstroh.  
Lehm selbst setzt sich aus Schluff, unterschiedlich großen Sandkörnern und Tonmineralen zusammen. Schluff und Sand bilden das tragende Gerüst, während die Tonminerale als Bindemittel wirken. Aufgrund ihrer sehr feinen Teilchengröße und blättchenartigen Struktur entwickeln die Tonminerale in Verbindung mit Wasser eine hohe Bindekraft.  
Lehm ist zudem ein nahezu unbegrenzt verfügbarer, natürlicher Baustoff. 

Welche Arten von Lehmputz gibt es? 

Lehmputz gibt es in unterschiedlichen Zusammensetzungen. Es wird zwischen verschiedenen Mischverhältnissen, Korngrößen und unterschiedlichen Zuschlagsstoffen wie Miscanthus, Hanf, Ziegenmehl oder Pflanzenfasern unterschieden. Je nach Zuschlagstoff ergeben sich besondere Eigenschaften. So verstärken zum Beispiel Pflanzenfasern im Lehmputz die Elastizität und den Halt, währen Ziegenmehl den Lehmputz härtet. Lehmputze unterscheiden sich zudem in ihrer Farbgebung und kommen in unterschiedlichen Erdtönen vor. Diese natürlichen Variationen ermöglichen eine an den jeweiligen Einsatzbereich angepasste Gestaltung. Außerdem unterscheidet man in: 

Unterputz

Mischung aus Lehm, Sand und Gerstenstroh. Dient zur Vorbereitung des Untergrundes und gleicht Unebenheiten aus. Er dient ebenso zur Aufnahme eines Putzträgergewebes, welches bei verschiedenen Untergründen notwendig ist. 

Oberputz

Sand und Lehm als Bindemittel. Körnung beträgt 0-2 mm. Schafft eine fein strukturierte Putzoberfläche und dient zur Aufnahme eines Farbanstrichs. Wird oft als oberste Putzlage auf Lehmunterputz im Innenbereich eingesetzt. 

Feinputz

Feinkörniger Sand bis 0,8 mm, Lehm und teils pflanzliche Fasern. Wird als abschließende Putzlage auf Unter- oder Oberputz im Innenbereich eingesetzt. Ebenso als einmaliger Putz auf ebenen Flächen wie Gipskartonplatten mit Haftgrund. 

Edelputz

Dünnlagiger farbiger Putzauftrag, Gemisch aus Lehm und Tonerden mit feinen Zuschlagsstoffen. Mit ausgewählten Pigmenten und Körnungen ist der Lehmedelputz die Putzschicht, die das Gesamtbild eines Raumes ausmacht und immer als letzte Lage verwendet wird. Diese Art des Lehmputzes wollen wir Ihnen hier genauer vorstellen. 

Lehmspachtel

Bestehend aus Lehm, Ton, Kalksteinmehl, Cellulose und Talkum. Er stellt eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Flächenspachteln dar und zeichnet sich durch eine lange Verarbeitungszeit, eine einfache Überarbeitung sowie eine leichte Verarbeitung aus. Die Feinheit entspricht der eines Gipsstreichputzes. Geeignet zum Verspachteln von Fugen, Fehlstellen und Löchern, sowie zum Einbetten von Armierungsgewebe. Darüber hinaus auch für vollflächige Überzüge einsetzbar. 

Lehmmörtel

Gemahlener Lehm, gemischt-körniger Sand und teils Strohhäcksel oder Sägemehl. Wird verwendet für das Mauern von Steinen, für das Einarbeiten von Gewebe auf Lehmplatten oder beim Lehmofenbau .  

Warum sollten Sie sich für Lehmputz entscheiden?

Lehmputz ist ein Baustoff, der Tradition und Moderne verbindet. Kaum ein anderer Baustoff besitzt so entscheidende Vorteile bezüglich der bauphysikalischen Eigenschaften und ist gleichzeitig so leicht verfügbar. Er ist offenporig, hygienisch und wirkt angenehm warm. Durch seine feuchtigkeitsregulierenden, antistatischen und natürlichen Eigenschaften gibt er uns eine neue Form der Lebensqualität, von der vor allem Allergiker profitieren. Mit seiner Formbarkeit und anpassbaren Zusammensetzung bietet dieser Baustoff eine große Gestaltungsvielfalt in Farbe und Oberfläche. Seine Wiederverwertung und leichte Handhabung machen ihn zu einem anwendungsfreundlichen Baustoff.  

Wie verbessert Lehmputz das Raumklima und die Gesundheit?

Lehmputz besitzt eine feuchtigkeitsregulierende Eigenschaft: Er kann Wasser aus der Luft binden und dieses bei Bedarf auch wieder abgeben. So entsteht eine konstante Luftfeuchtigkeit (45-62 %), welche für ein behagliches Raumklima sorgt. Nicht nur das Raumklima, sondern auch die Raumluft verbessert sich. Die in Lehmputz enthaltenden Tonmineralien binden zudem Schadstoffe und Gerüche und funktionieren so als natürlicher Raumluftreiniger. 

Darüber hinaus wird Lehm eine ionisierende Wirkung auf die Raumluft zugeschrieben, wodurch der Anteil negativer Ionen erhöht ist. Lehm wirkt antistatisch und als Gegenspieler positiv geladener Ionen, die beispielsweise durch elektromagnetische Felder oder in belasteter Luft wie Zigarettenrauch oder kohlenmonoxidhaltiger Umgebung auftreten können. Negative Ionen binden dabei positiv geladene Partikel und tragen so zur Reduzierung von Schimmelsporen, Pollen, Tierhaaren, Staub und weiteren Luftpartikeln bei. Zudem ziehen Wandoberflächen aus Lehm solche Partikel weniger an. Auf dieser Grundlage wird Lehmputz auch ein positiver Einfluss auf Schlaf, Sauerstoffversorgung, Konzentration und Regeneration zugeschrieben. 

Personen mit asthmatischen Beschwerden, Allergien oder Hautproblemen fühlen sich in Räumen, welche mit Lehmputz gestaltet sind, besonders wohl und erfahren neue Lebensqualität. Dieses Wohlempfinden wird gesteigert durch die ausgezeichnete Wärmeregulierung des Lehmputzes. Wandoberflächen erscheinen im Winter dadurch behaglich warm und im Sommer angenehm kühl.  

Lehmputz: Besonders nachhaltig-ökologisch

Lehmputz wie wir ihn verkaufen, kommt direkt aus unserer regionalen Natur und ist zementfrei. Selbst der beigefügte Schlicksand ist regional. Der Einsatz von Lehm setzt weder Menschenausbeutung noch Wälderzerstörung oder die Verschmutzung von Luft und Wasser voraus. Im weiteren Lebenszyklus von Lehmputz ergeben sich zusätzliche Vorteile: Lehmputz hat einen extrem niedrigen Primäraufwand und durch die regionale Gewinnung entstehen wenig Frachtkosten. Gleichzeitig ist Lehmputz ein langlebiger und wertbeständiger Baustoff. Seine Haltbarkeit ist mit mehreren Jahrhunderten unübertroffen. Partielle Ausbesserungen sind je nach Zusammensetzung in der Regel mit einfacher Handhabung möglich. Sollte dennoch der Wunsch nach Entsorgung aufkommen, so ist diese unproblematisch möglich. Ein weiterer Vorteil: Durch seine besonders gute Wärmespeicherung ist Lehmputz energiesparend und kann dadurch auch Heizkosten senken.  

Welchen Stil bevorzugen Sie?

Der Naturbaustoff Lehmputz ist ein echter Verwandlungskünstler. Allein seine natürliche Farbpalette ist vielfältig. Sie reicht von hellbraun und grau über dunkel schokoladenfarbig bis hin zu rostrot (eisenoxidhaltig) und grünlich (silicathaltig). Diese Farbpalette wird durch das Hinzufügen von Farbpigmenten in den Lehmedelputz noch erweitert. Der Oberputz kann außerdem mit verschiedenen Zuschlagstoffen wie Perlmutt oder Stroh aufgetragen werden. Gleichzeitig ist Lehm formbar. Leicht lassen sich verschiedenste und individuelle Oberflächenstrukturen schaffen. Lehmputz ist zudem der ideale Untergrund für Lehmfarben und Lehmstreichputze. Lehmfarben sind in über 180 Farbtönen zu finden und mit Lehmstreichputzen können noch vielfältigere Oberflächenstrukturen erschaffen werden. 

Lehmputz bietet also unzählige Möglichkeiten ihre kreativen Träume zu verwirklichen. So können sie mit einem mediterranen Landhausstil bis hin zur modernen Architektur Ihrem Zuhause eine individuelle Note geben. Immer mehr Innenarchitekten greifen auf die gut zu verarbeitenden Lehmputze zurück, da die gestalterischen Möglichkeiten und die weiche Farbgebung ein ruhiges Gesamtbild erschaffen. 

Vorteile und Nachteile von Lehmputz

Vorteile

Sehr gute Feuchtigkeitsregulierung: Lehm nimmt bis zu 9-mal mehr Feuchtigkeit auf als Gips. Dies kann zum Beispiel in Badezimmern dazu beitragen, dass Spiegel weniger oder gar nicht beschlagen 

Schnelle und effektive Feuchtepufferung: Besonders gut für den Einsatz auf Holz geeignet. Überschüssige Feuchtigkeit aus dem Holz wird aufgenommen und so ein ausgeglichenes Feuchteniveau unterstützt. Dies reduziert das Risiko von Schädlingsbefall und Pilzbildung 

Elastische Eigenschaften gleichen Bewegungen des Holzes aus (Quellen und Schwinden): Dadurch besonders geeignet für Fachwerkhäuser 


Nachteile

Längere Trocknungszeit: Lehmputz benötigt im Vergleich zu anderen Putzsystemen mehr Zeit zum Trocknen. Bei Nassputz oder dick aufgetragenen Schichten kann die vollständige Trocknung bis zu 4 bis 6 Wochen dauern 

Höherer Arbeitsaufwand: Die Verarbeitung von Lehmputz ist meist etwas aufwendiger als bei Gips- oder Kalkputz. Grundsätzlich gilt als Faustregel: Pro 5 mm Schichtdicke sollten etwa 2 Tage Trocknungszeit eingeplant werden 

Geringere Oberflächenhärte: Lehmputz ist weicher als Gips- oder Kalkputz und dadurch anfälliger für mechanische Beschädigungen. In stark beanspruchten Bereichen wie Treppenhäusern oder Kinderzimmern sollten deshalb Lehmputze mit Zuschlagstoffen zur Erhöhung der Festigkeit verwendet werden 

Alternative bei Zeitdruck: Wenn eine kürzere Bauzeit gewünscht ist, können Lehmbauplatten eine sinnvolle Alternative sein. Diese verkürzen die Trocknungszeit und ermöglichen eine schnellere Weiterverarbeitung 


Lehmputz: Wussten Sie schon?

Lehm ist der Menschheit seit Jahrtausenden bekannt: Die ersten Siedlungen der Menschheit wie Jericho wurden aus Lehm gebaut. Bis heute existieren Häuser aus Lehm, welche 9.000 vor Christus gebaut wurden. Die Verwendung von Lehm als Baustoff reicht aber noch deutlich weiter in die Vergangenheit zurück. Schon 20.000 vor Christus wurden Steinhäuser mit einer Mischung aus Lehm und Moos, Stroh oder Gräsern abgedichtet und so warmgehalten. Heutzutage wissen die Menschen wieder, wie gut Lehm uns Menschen tut – so gut, dass selbst altertümlich wirkende Prüfverfahren genutzt werden können. So wird der Lehm, wie bei einer Weindegustation in den Mund genommen und „verkostet“, um die mineralische Zusammensetzung zu überprüfen. Auch für Kinder ist Lehm daher ein guter natürlicher Baustoff zum Spielen und Gestalten, direkt im eigenen Garten.  

Wo kann Lehmputz angewendet werden?

Kalkputz kann im Innen- und Außenbereich verwendet werden. In Badezimmern und Küchen eignet er sich besonders außerhalb direkter Spritzwasserbereiche. Für direkte Spritzwasserbereiche Lehmputz wird für jegliche Innenräume verwendet, vor allem in Badezimmern und Küchen ist er ideal. Er nimmt die hier besonders hohe Luftfeuchtigkeit gut auf und reduziert die sich bildenden Fettfilm in der Küche. Auch Gerüche durch das Kochen, werden vom Lehmputz aufgenommen. Allerdings sollte er nicht im direkten Kontakt mit Spritzwasser verwendet oder aber entsprechend geschützt werden. Bei stark beanspruchten Innenräumen, wie Treppenhäusern oder Fluren kann eine besondere Zusammensetzung von Lehmputz notwendig sein. 

nur geeignete Spezialtechniken und Systemaufbauten infrage, etwa Tadelakt oder entsprechend geschützte Kalkspachteltechniken.

Auf welchen Untergründen? 

Die Qualität der fertigen Oberfläche hängt von der Beschaffenheit des Untergrundes ab. Dieser muss daher sorgfältig geprüft und vorbereitet werden. Allgemein gilt: Grundsätzliche Mängel, wie Unebenheiten, Risse oder Schlitze sind zu beheben. Die Untergründe müssen sauber und frei von durchschlagenden Stoffen wie Staub, Schalölresten, Ausblühungen oder Nikotin sein. Sie sollten vollständig durchgetrocknet, einheitlich und tragfähig sowie ausreichend rau sein. Wichtig ist auch eine gleichmäßige und gute Saugfähigkeit. Genaue Anweisungen für die einzelnen Putzuntergründe finden Sie in dieser Tabelle aufgelistet.  

Wie teuer ist Lehmputz?

Die Preise von Lehmputz sind aufgrund seiner verschiedenen Zusammensetzungen unterschiedlich. Mittlerweile hat er aber durch die Möglichkeit der maschinellen Verarbeitung, die gleichen Einsatzgebiete und ähnliche Preise wie konventionelle Putze.  

Holen Sie sich ein konkretes Angebot

Wenn Sie ein konkretes, unverbindliches Angebot für Lehmputz erhalten möchten, dann bitten wir Sie uns folgende Informationen bereitzustellen. So können wir eine möglichst genaue Auskunft und Kalkulation geben. 

Wer verarbeitet den Lehmputz? 

Was für ein Untergrund liegt vor? 

Wie viel Quadratmeter sollen mit Lehmputz verputzt werden? 

Wo soll der Lehmputz verarbeitet werden? Bitte machen Sie uns vor allem bei stark beanspruchten Innenräumen wie Fluren oder Treppenhäuser darauf aufmerksam. 

Welche Oberflächengestaltung wünschen Sie sich? 

Farbberatung

Als erfahrene Farbberater stehen wir Ihnen zur Seite, um Ihre individuellen Wünsche und Anforderungen zu verstehen. Wir helfen Ihnen dabei, die perfekte Farbpalette für Ihr Projekt zu entwickeln.

Farbproben

Falls Sie sich ganz sicher sein wollen: Wir bieten Ihnen kostengünstige Farbproben an, mit denen Sie eine Fläche von etwa 0,5 qm streichen können. Die Fläche lässt sich später mit der finalen Farbe überstreichen.

Fragen zu Lehmputz oder anderen Baustoffen?

Schreiben Sie uns per Mail, WhatsApp, Telegram oder SMS, gerne auch mit Fotos oder Videos. Oder besuchen Sie uns direkt im forum natura und entdecken Sie unsere Workshops vor Ort. Für eine persönliche Beratung finden Sie hier den passenden Ansprechpartner.

Häufige Fragen zu Lehmputz

Wieso Lehm und nicht Kalk?

Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden mineralischen Baustoffen liegt in der Feuchtigkeitsaufnahme: Die Fähigkeit Feuchtigkeit aufzunehmen, ist bei Lehm deutlich höher als bei Kalk. Auch wird häufig berichtet, dass sich Lehmputz leichter verarbeiten lässt als Kalkputz. Sollten Sie sich für Kalkputz interessieren, dann finden Sie hier alle Information.   

Kann man Lehmputz in Feuchträumen oder im Bad verwenden?

Ja. Lehmputz ist bestens für Feuchträume und Badezimmer geeignet, da er Feuchtigkeit aufnimmt, wie kein anderer Baustoff. Vermieden werden sollte allerdings der direkte Kontakt mit Spritzwasser.   

Welche Farbe bzw. welchen Anstrich kann man auf Lehmputz verwenden?

Lehm sucht seinesgleichen. Daher sind Lehmfarben am besten geeignet für den Anstrich auf Lehmputz. So bleiben alle bauphysikalischen Eigenschaften erhalten.  

Grundsätzlich sind jedoch viele Anstriche möglich. Bei stark saugenden Anstrichen sollte vorher eine Kaseingrundierung aufgetragen werden.  

Kann ich Lehmputze ausbessern?

Edelputze sind schwer auszubessern, wohin gehend Feinputze oder sogar die Spachtelputze leicht auszubessern sind und dies ist normalerweise bei konventionellen Putzen etwas schwieriger. Bei alten lehmputzen ist es manchmal auch aufwendiger, da man nicht mehr Putzmaterial hat und die Körnung oder die Zuschlagsstoffe suchen muss.